Die Tücken des Barfens

Probleme der Rationsgestaltung !

Nun wissen wir, was Alles in die Barf-Futterration hinein gehört, aber ….?! Eiweiß ist klar, an dem wird’s kaum fehlen, aber welcher Art? Soll es nun reines Muskelfleisch sein, oder Fleisch mit Sehnen und Gewebe, Fleisch mit Knochen oder ohne, oder Schlundfleisch (Gurgel)?

  • Muskelfleisch hat leicht verdauliches Eiweiß, dafür kaum Mineralstoffe (Calzium / Phospat / Magnesium) und Spurenelemente (Kupfer / Zink). Grundsätzlich nicht gefüttert werden sollte rohes Schweinefleisch, wegen der Gefahr der tödlichen Aujeszky-Krankheit, vor allem bei Fleischimporten, aber selbst in Deutschland gab es im Dez. 2017 2 Fälle der Erkrankung beim Hund.
  • Fleisch mit Knochen schneidet damit also besser ab, da es all diese Nährstoffe enthält, allerdings muss man damit rechnen, dass es zu Knochenkot kommt, und/oder – bei Fütterung von gekochten Knochen – zu Verletzungen durch spitze Knochenteile.
  • Bindegewebig durchsetztes Fleisch ist wiederum schwer verdaulich, es führt zur Veränderung der Darmflora durch unverdautes Eiweiß und das führt zu Durchfall und Blähungen. Dafür enthält es etwas Spurenelemente und Vitamine.
  • Schlundfleisch kann Reste von Schilddrüsengewebe enthalten und damit hormonell aktiv werden, sprich zu HypERthyreose führen

Das Beifutter

Statt Bindegewebe als Ballaststoffe kann man viel besser Obst und Gemüse zusetzen, beides bringt leicht verdauliche Ballaststoffe in die Ration, führt zu einer gesunden Darmflora und bringt all die wasserlöslichen Vitamine.

Öle sollten wegen der essentiellen Fettsäuren (für den aufgeklärten Menschen bekannte Größen) dazu gegeben werden.

Auch wenn die meisten kommerziell erhältlichen Mineralfuttermischungen all das Genannte enthalten, sind sie in ihrer Zusammensetzung doch enorm unterschiedlich und es bleibt meist nur das Hinzuziehens eines Tierarztes für Ernährungsphysiologie, um Licht in diesen Dschungel zu bringen. Dieser wird aller Voraussicht nach auch ein Blutbild erstellen lassen müssen, um den individuellen Bedarf des Hundes zu ermitteln.

Fazit ….. :

wenn Sie nun überlegen, wie allein schon Einkauf und Vorratshaltung der Zutaten, die Zubereitung der Ration selbst, sowie die Hygienemassnahmen zur Vermeidung von bakteriellen Infektionen ziemlich zeitaufwändig sind

(tiefgefrorenes Fleisch aufgepackt auftauen, Abtropfwasser entsorgen, spezielle Schneidebretter und Messer (kein Holz), gesonderte Spüllappen verwenden, danach Brett u. Messer bei höchster Temp. u. mit Spülmittel reinigen, ebenso Fressnapf nach dem Füttern, Futterreste verwerfen..? Ja!),

dazu die relativ hohen Kosten ins Kalkül ziehen

(für gute Qualität der Futterkomponenten, für die Tierarztkosten einer Rationsberechnung, für Laborkosten zur Überprüfung der erforderlichen Blutwerte nach denen die Ration erstellt werden soll), wenn all dies Sie nicht schreckt…..

……. dann tun Sie’s, aber eben nur so!!!

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