Schluss mit : früher, heftiger, länger…..

…… früher und länger sind geklärt, Warum aber heftiger ? Und was können wir tun ?

Wir leben heute zum größten Teil in Städten und nicht mehr auf dem Land, im Dorf und auf dem Bauernhof. Die Landbevölkerung ist am Schwinden. Wer das Glück hatte, in frühester Kindheit auf dem Land aufzuwachsen, ist eindeutig im Vorteil. Die ländliche Umgebung mit all ihren Pflanzen und Tieren, bietet ein Übermaß an Pollen und Tierhaaren, der Mensch kommt also schon ganz früh in seinem Leben mit den Eiweißen in Pollen und Tierhaaren in Berührung, sein sich entwickelndes Abwehrsystem lernt frühzeitig diese Eiweiße kennen, sieht Pollen und Tierhaare nicht als etwas Fremdes, das bekämpft werden muss, sondern gewöhnt sich an diese Begleiter, wie an all die anderen Dinge die zu lernen sind.

In der Stadt, in stadtnahen oder innerstädtischen Industriegebieten, an stark befahrenen Straßen, kommt es durch Autoabgase, durch Giftstoffe aus der Industrie zu einer Kontamination der Pollen mit diesen Giftstoffen, die dann eine umso heftigere allergische Reaktion bei Mensch und Tier hervorrufen können. Ist ja klar, diese Giftstoffe sind für unseren Organismus erst recht schädliche Fremdstoffe und in Kombination mit dem Polleneiweiß potenziert sich das Problem.

So konnte im Vergleich der Pollen, die man am Mittleren Ring in München gemessen und untersucht hatte, mit den Pollen in der Voralpenregion, eine wesentliche stärkere Aggressivität der Pollen am Mittleren Ring festgestellt werden. Ein weiterer Vergleich von 2 Städten, von Davos und München, kam zum Ergebnis, dass die Pollen in München wesentlich aggressiver waren als jene in Davos, in den Hochalpen.

Also, wie abhelfen ?

Schon wir – meine Eltern mit uns drei Kindern – , die wir in einer eher kleinen Stadt im südlichen Schwarzwald wohnten, waren damals in den frühen 60-Jahren mit den sich durch die Stadt wälzenden Autoschlangen konfrontiert. Der Autoboom war bis zu uns voll angekommen, alle Autos noch ohne Abgasfilterleben.

Meine Eltern verdonnerten uns drei Kinder jeden Sommer – auf Anraten des Kinderarztes, wegen unablässig rotzender Nasen – zu 6 Wochen Bauernhofurlaub, wahlweise Nordseeurlaub was zu teuer war (statt an die Adria zu fahren wie die meisten unserer Klassenkameraden).

Heute bin ich froh drüber, denn nicht nur dass es einfach eine tolle Zeit größter Freiheiten war (wir waren überall da, wo es verboten war, im Kuh-ja sogar im Bullenstall, bei den Pferden im Stall und auf der Weide, auf dem durchtrittigen Heuboden bei den Katzen, im Wirtshaus unter der Ofenbank mit dem Dackel des Wirts und Jägers etc. etc.), sondern auch weil wir – wenn nicht im Stall – ganztägig draußen waren, draußen spielten….. und zum Wandern gezwungen wurden 🙁 ! Zum Frühstück gab’s erwärmte Rohmilch zu trinken (solange bis wir Durchfall bekamen) und weder ich, noch mein Bruder, noch meine Schwester haben jemals im Leben einen Heuschnupfen entwickelt (auch wenn ich selbst später begann, alle möglichen Allergien zu entwickeln, wie gegen ungewaschene fabrikneue Kleidung, gegen Kosmetikprodukte, gegen Penicillin und andere Medikamente, was mich schließlich und endlich dazu brachte,
meine berufliche Leidenschaft für die Allergologie und Dermatologie zu entwickeln.

Also liebe Stadteltern : im Urlaub raus mit Kind UND Hund – und dies während der ganzen langen Schulferien – ab aufs Land!!!

Und was bleibt nach dem Urlaub, zurück in der Stadt, oder was bleibt all denen, die ihr nur kurz entfliehen können ?

Stoßlüften am Morgen, wenn die Luft noch nicht in großer Bewegung ist, Spazieren und Gassigehen nach dem Regenguss wenn der Regen die Pollen aus der Luft gewaschen hat, Duschen /Haare waschen nach jedem Spaziergang und Gassigehen (gehen Sie gleich mit Ihrem Vierbeiner zusammen unter die Dusche), das entfernt rein mechanisch die Pollen von Haut und Haaren.

Und zum Schluss nun noch leider eine sehr betrübliche Entdeckung : Pollen dienen auch Bakterien als Transportmittel und das Zusammentreffen von sowieso schon sehr aggressiven Pollen (z.B. Ambrosia) mit Bakterien, führt zu vermehrt bronchialen Problemen, zu Entzündungen der Bronchien, im schlimmsten Fall bis hin zur Lungenentzündung.

So, und jetzt schnell stoßlüften und dann raus, es ist 8:54, geht grade noch, später wird’s schlimmer mit dem Pollenflug ….. und den Frühling trotzdem genießen

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